Android

Heute halte ich das lang ersehnte Google Handy, auch bekannt als Nexus One, endlich in meinen Händen. Nach einer langen und unerquicklichen Auseinandersetzung mit meiner Bank wurde der Kauf per Kreditkarte endlich autorisiert, und am 22. Januar wurde das Handy von den USA aus losgeschickt. Nach nur drei Tagen kam es bei mir in Großbritannien an. Das ist beeindruckend, insbesondere da ich gewarnt wurde dass die personalisierte Gravur auf der Rückseite (siehe Bild) bis zu 72 Stunden benötigen kann.

Das Nexus One ist derzeit nur online in den USA, im UK sowie Hong Kong und Singapur erhältlich. Eine Einführung in Deutschland ist für das zweite Quartal 2010 vorgesehen. Derzeit ist das Handy im UK nur ohne Vertrag erhältlich und kostet $530. Der Versand kostet zusätzliche $30 und überdies werde ich ich noch 17,5% Einfuhrzoll zahlen müssen. Immerhin kümmert sich Google selbst um die Zollformalitäten, so dass mir bloß die Rechnung zugesandt werden wird. Beim Online-Einkauf empfahl mir Google auch ein UK-kompatibles Ladegerät für zusätzliche $20, welches ich jedoch abgewählt habe. Zum einen habe ich Berichte gelesen, dass dies im Grunde nur ein zusätzlicher Steckeradapter ist, welchen man im elektronischen Fachhandel billiger bekommt (derzeit verschickt Google ein US Ladegerät welches sowohl mit 110V als auch 230V zurechtkommt). Zum anderen kann man das Nexus One auch am Computer über das beiliegende USB-Kabel aufladen. Geekig wie ich nunmal bin, habe ich immer einen Computer am Laufen, so dass ich das Aufladen auch mit Zugriff auf den internen Speicher des Handys kombinieren kann. Insgesamt kostet mich das Handy selbst rund $658 (€475) was für ein entsperrtes "Superhandy" vom Kaliber eines iPhone ein richtiges Schnäppchen ist. Was die SIM-Karte und den Tarif betrifft, ist mir das Datenvolumen viel wichtiger als Freiminuten und Frei-SMS, so dass ich den "Online simplicity 10" Tarif (150 Minuten, 300 SMS, 30 Tage Kündigungsfrist) von O2 für £10/Monat gewählt habe und ihn für zusätzliche £7,5/Monat mit 'unbegrenztem' Datenvolumen geupgradet habe. Über einen Zeitraum von zwei Jahren würde mich dies £420 (€485) kosten. Ich würde gern sehen wie jemand ein iPhone mit 2-Jahre-Vertrag für insgesamt €960 kriegen kann. :)

Hier sind einige Bilder des Lieferumfangs. Die schmucke weiße Box enthält (von links nach rechts) das Handy, eine hübsche Schutztasche, das USB Kabel, das Ladegerät und Kopfhörer. Die Gravur auf der Rückseite ist nicht so eindrucksvoll wie erhofft (Druck statt Relief), aber dafür war die auch gratis. Zudem bin ich dadurch leichter zu identifizieren falls ich mein Handy verlieren sollte. Und sollte der Finder keine Absichten haben, es mir zurückzugeben, so wird er zumindest weniger Spaß haben. :)

In vielen Produktberichten wird angemerkt, dass die Verarbeitungsqualität etwas hinter dem iPhone hinterherhinkt, aber dass das Display exzellent ist. Nicht nur ist die Auflösung des Nexus One höher (800x480, verglichen mit den eher kläglichen 480x320 des iPhone), sondern auch die Helligkeit und Farbsättigung sind hervorragend. In den meisten Umgebungen wähle ich daher einen mittleren Helligkeitswert, nicht zuletzt um Strom zu sparen.

Ich habe derzeit viel Spaß, die vielfältigen Features des Handy auszuprobieren. Es gibt auch eine riesige Auswahl an Applications für Android-basierte Geräte, allerdings nicht so viele wie für das iPhone.

Das Surfen im Internet und Betrachten von Videos auf dem Nexus One ist auch eine Wohltat. Adobe Flash wird unterstützt, und eine YouTube App kommt vorinstalliert. Im Android Markt können mehrere andere Apps zum Videoabspielen heruntergeladen werden, und einige von ihnen (z.B. Meridian) unterstützen auch fortgeschrittene Features wie Untertitel. Angesichts der offenen Natur von Android ist es aber etwas enttäuschend, dass das Standardrepertoire von unterstützten Videocodecs nicht größer ist als für vergleichbare Handys (im Grunde nur 3gp/mp4/h264). Bis dieser Zustand (hoffentlich) behoben wird, ist es i.d.R. notwendig, Videos vor dem Betrachten auf dem Nexus One zu konvertieren.

Das "Jailbreaken" des Nexus One ist viel einfacher als beim iPhone. Google versucht nicht einmal, einen daran zu hindern und präsentiert lediglich eine Warnung, dass die Garantie erlischt. Eines der größten Vorteile eines befreiten Nexus One ist sicherlich die Möglichkeit, es mit einem Computer zu verbinden, um am Laptop über das Mobilnetzwerk online zu gehen. Die meisten Provider untersagen, eine solche Nutzung ihrer Daten-Flatrates, aber es ist für sie kaum möglich eine solche Nutzung zu detektieren. Es sollte daher keinerlei Probleme geben, solange man den Download großer Dateien und Videos auf ein Minimum beschränkt.