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Update: Neuere Ubuntu-Versionen verwenden xmodmap nicht mehr, weswegen das nachfolgend beschriebene Verfahren nicht mehr funktioniert.

Vor Kurzem bin ich vom üblichen QWERTZ-Tastaturlayout auf DVORAK umgestiegen, da dieses beim Maschinenschreiben kürzere Wege für die Finger und schnelleres Schreiben verspricht. Das ursprüngliche Dvorak-Layout wurde für die Abfolge und Häufigkeit der Buchstaben in der englischen Sprache optimiert, wodurch es sich besonders für diejenigen eignet, die am Computer hauptsächlich Englisch verwenden.

Da ich häufig Englisch verwende, habe ich zwei Tastaturlayouts (Englisch und Deutsch) installiert und zwischen diesen umgeschaltet, indem ich beide Umschalttasten zusammen gedrückt habe. Dies erleichterte mir den Zugriff auf das deutsche Layout, um die Umlaute ä, ö, ü, Ä, Ö, Ü, sowie ß zu verwenden. Der Nachteil, mir zwei Tastaturlayouts merken zu müssen, war vernachlässigbar, da nur zwei alphanumerische Tasten (Y und Z) ihre Position wechselten. Im Gegensatz dazu ist der Unterschied zwischen dem englischen und deutschen Dvorak-Layout beträchtlich: die Tasten R, T, U, I, H, D, L und Z wechseln alle ihre Position!

Ich beschloss daher, nur das englische Dvorak-Layout zu erlernen, und die deutschen Sonderzeichen in dieses Layout mit Hilfe der Alt-Modifikationstaste zu integrieren. Als Bonus habe ich auch die Währungssymbole für den Euro, das Pfund Sterling und den Yen hinzugefügt. Unten gezeigt ist das englische Dvorak-Layout, mit meinen benutzerdefinierten Ergänzungen in Rot:

 custom dvorak

Die unteren roten Tasten erreicht man durch Druck auf Alt R (rechte Alt-Taste) und die oberen roten Tasten durch gleichzeitiges Drücken von Shift und Alt R.

 

Einrichtung dieser Tastaturbelegung in Ubuntu 11.10:

Zuerst lesen wir die aktuelle Tastencodetabelle (in diesem Fall englisches Dvorak) aus und schreiben sie in eine Datei mit dem Namen .Xmodmap im Heimatverzeichnis:

xmodmap -pke > .Xmodmap

Beim Einloggen in eine Desktop-Sitzung überprüft Linux automatisch, ob sich eine .Xmodmap Datei im Heimatverzeichnis befindet. Wenn ja, dann wird diese zur Konfiguration des Tastaturlayouts verwendet. Nach dem Öffnen der Datei mit einem Editor suchen wir die folgenden Zeilen:

keycode  28 = y Y y Y
keycode  33 = l L l L
keycode  38 = a A a A
keycode  39 = o O o O
keycode  40 = e E e E
keycode  41 = u U u U
keycode  47 = s S s S

Wir erhalten die zusätzlichen Tastenkombinationen, indem wir die Zeilen wie folgt editieren:

keycode  28 = y Y y Y yen
keycode  33 = l L l L sterling
keycode  38 = a A a A adiaeresis Adiaeresis
keycode  39 = o O o O odiaeresis Odiaeresis
keycode  40 = e E e E EuroSign
keycode  41 = u U u U udiaeresis Udiaeresis
keycode  47 = s S s S ssharp

Die vorletzte Spalte steht hierbei für das gleichzeitige Drücken der Taste mit Alt R, und die letzte Spalte für das gleichzeitige Drücken der Taste mit Shift und Alt R. Nach dem Speichern der bearbeiteten .Xmodmap Datei und einem Neustart des Computers sollten die neuen Tastenkombinationen funktionieren.